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Stimmen einer Geige

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Geige und Bratsche besitzen 4 Saiten die regelmäßig gestimmt werden wollen, müssen, sollen…. denn schließlich will man ja mit seinem Instrument gut klingen. Man kann an 2 Stellen die Saitenspannung beeinflussen: an den Feinstimmern (Bild oben) und an den Wirbeln (Bild unten).Die Feinstimmer sind für die Feinabstimmung gedacht. Ist die Saite sehr verstimmt, dann muss man an den Wirbeln drehen, vorsicht, nicht zu viel auf einmal, sonst kann man die Saite auch überspannen. Dreht man den Wirbel in Richtung Schnecke, dann wird die Saite straffer gespannt und der Ton wird …. ? Höher, genau. Dreht man den Wirbel in Richtung Korpus (Instrumentenkörper), dann lässt die Spannung der Saite nach und der Ton wird tiefer. Ist man in der Nähe der richtigen Tonhöhe, kann man beginnen mit den Feinstimmern zu arbeiten. Betrachtet man die Geige aus der Position des Spielenden, so wird der Ton höher, wenn man den Feinstimmer in Uhrzeigerrichtung dreht, gegen den Uhrzeigersinn drehen lässt den Ton tiefer werden.

Stimmen mit Klavier

Aber wann ist eine Saite „richtig gestimmt“ ? Die Saiten einer Geige heißen G, D, A und E. Aus der Position des Spielenden ist die G – Saite ganz links (dickste Saite) und die E – Saite ganz rechts (dünnste Saite). Hat man Glück, so ist ein Klavier in der Nähe, dann kann man sich die Töne ganz einfach vorspielen lassen. (Das G liegt unterhalb des „Mittleren C“, D, A und E liegen oberhalb).

Stimmen mit Stimmgerät

Hat man kein Klavier zur Hand, dann hilft auch ein Stimmgerät. Alle Smartphonebesitzer können aufatmen, es reicht auch eine gute App. Tuning-Apps gibt es sogar kostenlos im App-Store! Alle Apps / Stimmgeräte die für Gittarre funktionieren, kann man auch für Geige und Bratsche verwenden. Nun gibt es noch ein Hindernis: die Töne G, D, A und E (Geige) bzw. C, G, D und A (Bratsche) gibt es nicht nur einmal. Es gibt jeden Ton in tief und in hoch und mehrfach dazwischen. Deshalb ist es gut, wenn man den Frequenzbereich kennt!

Frequenzbereiche der Geigensaiten

Das gängige A liegt zwischen 440 und 444 Herz. Viele Stimmgeräte sind auf 440 Herz eingestellt (oft kann man dies aber umstellen). Spielt man mit einem Klavier zusammen, so hat man keine Wahl und sollte das A übernehmen, welches vom Klavier vorgegeben wird. Interessant ist es, wenn man sich mit dem Stimmgerät die exakte Höhe des Klavier-A anzeigen lässt. Dann kann man davon ausgehend auch die anderen Saiten mit dem Stimmgerät stimmen. Liegt das A zum Beispiel bei 440 Herz, dann sehen die Frequenzen der Töne (beim Klavier, temperierte Stimmung) so aus:

E = 661 Hz, A = 440 Hz, D = 294 Hz, G = 195 Hz, und (für Bratschisten) das C = 131 Hz.

Alle Werte sind gerundet, mein Stimmgerät zeigt die Werte mit 2 Stellen nach dem Komma an. Achtung: Wenn man ohne Klavier spielt, dann stimmen Profis ihr Instrument NICHT exakt nach diesen Klavier-Frequenzen, da das Klavier ein „wohltemperiertes“ Instrument ist. Das bedeutet, dass man bei den Tonhöhen kompromisse eingegangen ist, damit man 88 Töne fest verorten kann und alles in sich stimmt.

 

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Autor:

Ich bin Musikerin und begeisterte Hundebloggerin.

2 Kommentare zu „Stimmen einer Geige

  1. Vielen Dank für die ausführlichen Infos, jetzt kann Amelie sie sogar ausgedruckt für den Lehrer mitnehmen. So wird hoffentlich dem Vorspiel nichts mehr im Weg stehen :o)

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