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Kleine Notenkunde – Teil 4

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Heute geht es um Halbtöne, Ganztöne, enharmonische Verwechslungen (misteriös!), Tonsschritte und Tonsprünge. Wem jetzt schon der Kopf schwirrt kann sich gerne nochmal in Ruhe die Grundlagen anschauen: Teil 1, Teil 2, Teil 3. Alle anderen „dürfen“ jetzt weiterlesen. 🙂

Von Halbtönen, Ganztönen und Einfamiliehäusern.

Stellt Euch eine Neubausiedlung mit vielen Einfamilienhäusern vor. Alle haben exakt gleich große Grundstücke, nur zwei Familien hatten Pech und haben ein kleineres Grundstück erwischt. Ihre Häuser liegen dadurch näher an den Nachbarn (zumindest auf einer Seite). Dann stellt Euch vor, jeweils 2 Einfamilienhäuser teilen sich einen Schuppen, der genau auf der Mitte ihrer Grundstücke steht. Nur unsere 2 Familie mit den kleineren Grundstücken hatten Pech, es hat kein Schuppen mehr zwischen die Häuser gepasst. Habt Ihr schon Mitleid? Dann schaut Euch mal eine Reihenhaussiedlung an! 😉

Wir schauen uns das jetzt an einer (zugegeben SEHR bunten) Klaviertastatur an:

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Die roten Tasten (normal sind sie schwarz) stellen die Schuppen dar. In den „Schuppen“ wohnen unsere Halbtöne – dazu später mehr. Die Familien/Töne F und C „wohnen“ sehr dicht neben Ihren Nachbarn zur Linken: E und H. Hier passt auch kein Schuppen (alias „schwarze Taste“) mehr dazwischen. E und F bzw. H und C bilden auch ohne schwarze Tasten einen Halbton(-abstand). Sie befinden sich akustisch sehr dicht beieinander.

Bitte merkt Euch F und C – denn im Notenbild sieht man es ihnen nicht an!

Im folgenden Bild habe ich Euch F und C als orangene Notenköpfe dargestellt. Die blauen Klammern markieren die Ganztonabstände, die roten Dächer markieren die Halbtonabstände. Im normalen Notenbild gibt es keine Klammern und Dächer die Euch das verraten, deshalb ist es wichtig sich F und C zu merken.

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Wer „wohnt“ in den schwarzen Tasten?

Um Euch das zu erklären, solltet Ihr wissen: Halbton+Halbton=Ganzton  Oder anders gesagt: Ein Ganzton setzt sich aus 2 Halbtönen zusammen. Das bedeutet, dass im Bild oben zwischen allen Tönen die mit einer blauen Klammer gekennzeichnet sind, noch Platz für einen Halbton ist. Auf der Klaviertastatur erkennt man das sehr schön an den kurzen schwarzen Tasten, die sich zwischen den großen weißen Tasten befinden. Sie sind die Halbtöne, die jeweils zwischen zwei Tönen mit Ganztonabstand liegen. Und nochmal möchte ich an die 2 Ausnahmen F und C erinnern. Sie bilden auch ohne schwarze Taste einen Halbton.

Im Notenbild gibt es keine „schwarzen Tasten“, dafür gibt es VORZEICHEN.

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Ein Vorzeichen vor einer Note verändert auch den Namen der Note.

Dies geschieht dadurch, dass man eine Silbe als Endung anhängt. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen, aber seht selbst:

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Aus einem A kann also je nach Vorzeichen ein Ais oder ein As werden. Das Ais ist einen Halbton höher als das A (am Klavier: schwarze Taste rechts vom A) und das As ist einen Halbton tiefer als das A (am Klavier: schwarze Taste links vom A). Nun ist es aber so, dass sich – Ihr erinnert Euch – immer zwei Einfamilienhäuser einen Schuppen teilen, dass seht Ihr auch an den schwarzen Tasten am Klavier: zwischen G und A liegt nur EINE schwarze Taste. Wir benutzen sie wenn wir ein As spielen wollen UND wir benutzen sie wenn wir ein Gis spielen wollen.

Zwei Namen aber nur ein Ton, dass nennt man dann:

Eine enharmonische Verwechslung!

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Ob man im Notenbild jetzt Gis oder As schreibt, das hängt vom Kontext ab. Darüber verrate ich Euch in einem späteren Teil der Reihe mehr.

Tonschritte und Tonsprünge.

Und nochmals nutze ich das Bild von der Einfamilienhaussiedlung. Stellt Euch vor Ihr wohnt dort. Dann habt ihr direkte Nachbarn und ihr habt weiter entfernte Nachbarn. Besucht Ihr einen DIREKTEN Nachbarn (oder seinen Hund im Schuppen dazwischen = der nächste Halbton), dann macht Ihr einen (Ton-)Schritt. Es ist ja wirklich nicht weit. Besucht Ihr dagegen einen Nachbarn (oder dessen Hund) ein paar Häuser weiter, dann schaut Ihr sozusagen auf einen (Ton-)Sprung vorbei.

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Zusammenfassung:

Da es heute viele Informationen gibt, hier nochmal das Wichtigste:

  • Ein Ganzton setzt sich aus zwei Halbtönen zusammen
  • Ein Kreuz macht die Note einen Halbton höher
  • Ein B macht die Noten um einen Halbton tiefer
  • Durch Kreuz oder B verändert sich auch der Name der Note
  • Die Töne einer Tonreihe A bis G liegen jeweils einen Ganzton von Ihren unmittelbaren Nachbarn entfernt. Ausnahmen bilden die Töne F und C!
  • Zwei benachbarte Töne (egal ob Halbton oder Ganzton) bilden einen Tonschritt.
  • Zwei NICHT benachbarte Töne bilden einen Tonsprung.

 

So viel für heute! Und was erwartet Euch in der Zukunft?

Hier gibt es einen kleinen Ausblick auf die kommenden Wochen, denn immer Samstags erscheint ein neuer Teil der „Kleinen Notenkunde“!

13.2.2016 – Im Teil 5 der kleinen Notenkunde….

… wird es z.B. darum gehen warum zwei Töne mit gleichem Namen auch tatsächlich wie ein Ton zusammen klingen. Und da gibt es noch andere sehr interessante physikalische Besonderheiten. Zum Notenlesen müsst Ihr das nicht wissen, aber es ist SEHR interessant!

20.2.2016 – Im Teil 6 der kleinen Notenkunde….

… geht es um WICHTIGES GRUNDWISSEN über die Klangdauer von Noten und wie man das im Notenbild kenntlich macht.

27.2.2016 – Im Teil 7 der kleinen Notenkunde….

… werden wir unser Wissen aus Teil 6 anwenden. Es geht um den Rhythmus!

5.3.2016 – Im Teil 8 der kleinen Notenkunde….

… beschäftigen wir uns mit lauten und leisen Tönen: es geht um die Dynamik.

 

 

 

 

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Autor:

Ich bin Musikerin und begeisterte Hundebloggerin.

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