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Der Soundtrack unseres Lebens

Überall läuft Musik, unser Leben bekommt ständig einen Soundtrack verpasst… möchte ich mir z.B. eine neue Hose kaufen, geht das meist nur unter Beschallung. Ich kaufe nicht mehr gerne ein…dabei müsste ich mich doch über die Musik freuen? Von wegen! Viele Menschen hören Musik, weil Geräusche das Gefühl von Einsamkeit vertreiben. Zudem kann Musik die Stimmung heben oder einfach für willkommene Ablenkung sorgen. Wenn man aber – wie ich – mit Musik arbeitet, dann ist es schwer sich einfach so „bedudeln“ zu lassen, denn wenn ich Musik höre, fange ich automatisch an sie zu analysieren, zu interpretieren und zu bewerten:

Wie ist die Instrumentierung? Simples Strophe-Refrain-Schema oder doch etwas Interessanteres? Ist die Stimme schon wieder zu 80 Prozent computergeschönt? Wäre es besser das Schlagzeug weg zu lassen als einen 0-8-15-Dauerbeat unter das Lied zu legen? Mag ich diese Elektroklänge? Wenn ja, warum? ….u.s.w.

Da fällt es schwer gleichzeitig noch eine Hose in der passenden Größe und Farbe auszusuchen oder sich zu entspannen.

Die Arbeit mit Musik sorgt dafür, dass ich mir Melodien schnell merken kann und deshalb von vielen Radiotiteln (welche von einer Melodielinie und 100 Wiederholungen leben) schnell gelangweilt bin. Das klingt nicht nett, oder? Wer kein Gewohnheitsanalysator ist, wird das vielleicht nicht verstehen können.

Es gibt SOOOOO viel Musik und sicher war es selten leichter als heute Zugang zu einer Vielzahl von Interpreten und Songs zu bekommen. Aber die Suche nach komplexen, interessanten, tiefgründigen Titeln ist zeitaufwendig und manchmal frustrierend, wenn man einen schwer zu befriedenden Geschmack hat der nicht dem Mainstream folgt. Ich gebe zu, ich tue mich schwer mit dem Zeitgeschmack. Auch ich möchte nicht nur Klassik oder Jazz hören, sondern auch Rock, Pop und Weltmusik, aber es fällt mir oft wirklich schwer auf dieser Schiene eine glückliche Hörerin zu sein, da die für mich richtig spannenden Songwriter, Bands und Titel oft langes Wühlen durch Datenbanken, Regale oder Rezensionen bedeutet.

Manchmal denke ich: der Soundtrack den wir unter unser Leben legen, sollte uns mehr wert sein, als simple Songs, die uns überall und von jeder Seite anspringen.

Ich Ich denke auch: Vielleicht wissen manche Musik-Konsumenten garnicht mehr wie glücklich so RICHTIG GUTE Musik machen kann, die nicht nur für den kommerziellen Schnell-Erfolg geschrieben wurde. Genauso denke ich, dass viele vielleicht garnicht mehr wissen wie gut so manche (fast ausgestorbene) Apfelsorten oder richtig reife Erdbeeren schmecken können.

Über Tipps für spannende Musik würde ich mich freuen. 🙂

 

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Autor:

Ich bin Musikerin und begeisterte Hundebloggerin.

6 Kommentare zu „Der Soundtrack unseres Lebens

  1. „Musik“ ist aber nicht nur „Musik“. Denn bei mancher Musik, also insbesondere bei Liedern, sollte man nicht nur auf die Töne achten, sondern eben auch auf andere Dinge. Beispiele ohne viel zu überlegen aus dem Stand heraus: bei Wir sind Helden auf den Text hören. Bei Florence and the machine auf die Stimme hören. Bei Dido aufs Gefühl hören. Bei Es tönen die Lieder auf den Spaß beim Singen im Kanon hören.
    Vielleicht einfach wieder etwas Abstand von der Musik bekommen – mit Abstand sieht man weniger die Fehler im Detail und mehr die Gesamtkomposition? 🙂

    1. Ja, rotierende Aufmerksamkeit 😀 … tadaa, wieder analysiert. Stell es Dir so vor: wenn Du einmal etwas richtig Leckeres gegessen hast, dann kannst Du danach schwer auf Dauer allein von dem Essen an der Pommesbude leben. Wenn Du aber mit Pommes und Bratwurst aufgewachsen bist und die geschmacklichen Nuancen die man in anderen Gerichten findet garnicht kennst, dann wirst Du auch weniger vermissen. Damit will ich hier keinen Fastfood-Konsum unterstellen, aber ich maße mir mal an Fastfood mit Mainstream zu vergleichen. Dieser Vergleich hinkt, es gibt auch richtig gute Imbissbuden und spannende Mainstream-Musik … aber oft wünsche ich mir gutes Essen und gute Musik für alle, damit ein Bewusstsein dafür wächst was oder wie man gerade hört oder isst….oder überhaupt konsumiert.

  2. Musik ist ja auch immer ein großes Stück „Geschmackssache“. Viel schlimmer finde ich die Radiosender. Die scheinen heute nur noch eine CD zu haben, die sie in Endlosschleife spielen. Warum haben die nur eine CD und was machen sie, wenn die CD kaputt ist?
    Dagegen ist die Berieselung in Supermärkten, Modehäusern und Baumärkten schon fast niveauvoll…..
    Was es in keinster Weise besser macht.

    Gruß,

    Frank

    1. Hallo Frank,
      das stimmt, deshalb höre ich die meisten Radiosender nicht mehr, muss aber anfügen, dass es auch den ein oder anderen richtig guten Sender gibt, mein Lieblingssender hat mir schon öfter gute Unterhaltung beschert. 🙂

      Ulrike

      1. Bei den großen Sendern, vor allem in deinem Bundesland, kann man ja Stücke nicht mal mehr richti analysieren, da alles radikal ins 3min Cluster geschnitten wird. Gruselig…. Die armen Künstler.

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