Veröffentlicht in Übe-Tipps, Üben

Was ein gutes Essen mit dem Üben gemeinsam hat! Teil 2

Heute geht es um den Hauptgang, pardon um das eigentliche Üben, also das, was nach dem Einspielen passiert und warum es nicht gut ist, gleich einen halben Elch auf den Teller zu schaufeln:Hat man alle Sinne darauf eingestimmt, dass gleich richtig lecker gegessen wird bzw. darauf, dass man gleich konzentriert etwas am Instrument festigen oder neu erarbeiten will, dann kann es auch schon losgehen.

Mit kleineren Portionen starten

Ladet Euch nicht gleich den halben Elch auf den Teller! Wenn ihr diesen irgendwann mal auf einen Rutsch verspeisen können wollt, dann müsst Ihr darauf hin trainieren. Das gelingt sehr gut, indem ihr mit kleinen, verdaubaren Protionen beginnt. Das gilt auch am Instrument: setzt Euch realistische Ziele, steigern könnt Ihr Euch immernoch und zwar jeden Tag ein klitzekleines Bisschen. Irgendwann werdet Ihr dann staunen, wie viel ihr in einer Übungseinheit erreichen könnt. Unterteilt Euch Euer Wochenziel in kleinere Tagesziele. Ihr wollt zum Beispiel in einer Woche eine neue Etüde erarbeiten? Dann gliedert diese Etüde in Abschnitte. Ihr könnt dann jeden Tag einen Abschnitt neu erarbeiten und einen oder 2 Abschnitte die ihr schon erarbeitet habt wiederholen. Achtet in Stücken auf ähnliche Abschnitte, nicht alles ist neu was auf 2 Seiten passiert. Oft gibt es einen Grundstock an Motiven und Melodien, die dann einfach weiter verarbeitet werden.

Achtet auf Eure Konzentration

Konzentration ist nicht endlos dehnbar und jeder Mensch hat seine eigenen Konzentrationsspannen. Wie lang diese sind hängt auch von vielen Faktoren ab, zum Beispiel von der Tageszeit, der Gesundheit, dem allgemeinen Stresslevel und der Begeisterung für das was Ihr gerade tut. Je nach Alter würde ich mit einer relativ kurzen hochkonzentrierten Arbeitszeit beginnen. Bei einem Kind können das 5 bis 10 Minuten sein, bei einem Jugendlichen 15 bis 20 Minuten und bei einem Erwachsenen 20 bis 30 Minuten. Die angegebenen Zeit sind von mir geschätzt und an die Erfahrung mit Schülern angelehnt. Es ist also sehr hilfreich ein gutes Gespür für die eigene Aufnahmefähigkeit zu entwickeln und das Üben daran auszurichten. Wenn die Konzentration abfällt, dann ist es auch nicht sinnvoll sich weiter an einer Übung zu verbeißen.

Übt Abwechslungsreich

Diesen Tipp habe ich mehrfach gelesen und kann die Wirksamkeit aus der Praxis bestätigen. Es ist leichter länger konzentriert zu sein, wenn man die Zielstellungen immer wieder wechselt. Damit will ich sagen, dass es sehr schwer sein kann ein und die selbe Stelle 30 Minuten lang zu üben. Besser ist es in diesen 30 Minuten an 3 verschiedenen Stellen nur 10 Minuten zu üben. Das Gehirn giert nach neuen Informationen, hier kann man sich das zu Nutze machen.

Nachlesen könnt Ihr das zum Beispiel auch im Buch von Gerhard Mantel „Einfach Üben“. Es enthält viele kreative Ideen um für die nötige Abwechslung beim Üben zu sorgen.

Zeit ist rellativ

Auch wenn ich hier immer wieder über Zeitintervalle spreche, halte ich es nicht für sinnvoll das Ziel zu haben z.B. genau 30 Minuten zu üben. Das sage ich auch meinen Schülern und Eltern, wenn sie mich nach einer Übezeit fragen. Vielleicht ist es am Anfang sinnvoll zum Aufbau einer Routine ein zeitliches Mindestmaß von zB. 15 Minuten zu setzen, aber es ist nicht sinnvoll generell jeden Tag 30, 60, 90 oder 180 … Minuten üben zu wollen. Es ist sinnvoller sich ein Ziel zu setzen, dass man erreichen will, zum Beispiel einen überschaubaren Abschnitt zu erarbeiten und dieses Ziel je nach möglicher Konzentration zu erreichen oder zu überbieten. Die Zeit die man dafür braucht, hängt auch von der Tagesform ab.

Ich wünsche Euch viel Erfolg! Fragen beantworte ich gerne.

 

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Autor:

Ich bin Musikerin und begeisterte Hundebloggerin.

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