Veröffentlicht in Gedanken

Wofür ich meinen Schülern danke!

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Und gleich noch ein weiterer Beitrag, der mit Blumen beginnt! Diesmal widme ich das Bild allen Schülern, die ich bisher unterrichten durfte. Warum? Weil ich mindestens so viel von ihnen lerne, wie sie von mir.

Früher war mein Traum in einem Orchester zu sitzen.

Ich habe in einem Orchester gesessen. Jetzt sitze ich unter der Woche in einem Unterrichtsraum und bringe Schülern das Notenlesen und die korrekte Haltung am Instrument bei. In meiner Zeit im Orchester habe ich mich oft wie ein „Spielautomat“ gefühlt. Das Gefühl ist sicher nicht in jedem Orchester und bei jedem Musiker zu finden, aber ich habe meine kreative Seite erst beim Unterrichten wiederentdecken können.

Keine Unterrichtsstunde und kein Schüler sind gleich.

Nein, ich habe nicht nur fleißige und ehrgeizige Schüler, aber ich erlebe ausschließlich einzigartige und interessante Menschen die sich für Musik interessieren. Jede Stunde ist anders, weil mir unterschiedliche Menschen gegenüber sitzen/stehen, die sich in unterschiedlichen Lebenssituationen befinden und unterschiedliche Ziele an ihrem Instrument verfolgen. Mein Job ist es, sie da abzuholen wo sie stehen und das bedeutet, dass ich sie aufmerksam wahrnehmen muss und möchte. Nur jemand der sich als Mensch ernstgenommen fühlt, ist auch motiviert neue Informationen aufzunehmen. Das musste ich erst lernen, denn zu Beginn meiner Arbeit als Instrumentalpädagogin habe ich das Instrument im Mittelpunkt der Stunde gesehen, inzwischen sehe ich die Menschen und ihre Beweggründe Ihr Instrument zu erlernen.

Meine eigene Beziehung zur Musik hat sich verändert.

Früher war es für mich wichtig, mein Können mit dem Können anderer zu vergleichen. Nein, ich stand nie gerne im Wettbewerb zu anderen, aber ich habe das Leistungsdenken trotzdem über die pure Freude an der Musik gestellt. Ich konnte irgendwann nurnoch an möglichst perfekter Leistung Freude haben. Inzwischen ist es mein Beruf in anderen Menschen die Freude an der Musik zu wecken und zu vertiefen, damit bin ich auch meinen eigenen Beweggründen, aus denen ich eigentlich Musikerin geworden bin, wieder richtig nah gekommen.

Ich habe jeden Tag Freude an meiner Arbeit!

Ich liebe es an meinen Unterrichtsmethoden zu feilen und darüber nachzudenken, wie ich einem Schüler mit Erfolg einen bestimmten Unterrichtsinhalt beibringen kann. Dazu gehört es auch alte Pläne über den Haufen zu werfen und neue Wege auszuprobieren. Mir ist es wichtig, meinen Schülern zu erklären warum sie bestimmte Übungen machen sollen, damit sie mit der Zeit möglichst selbstständig in Ihren musikalischen Entscheidungen und Handlungen werden können. Ich fühle mich nach der Arbeit manchmal müde, aber nie ausgelaugt, sondern erfüllt.

Ich wünsche mir, dass die Arbeit in musikalischen Berufen wieder mehr Wertschätzung erfährt.

Von meinen Schülern fühle ich mich geachtet und geschätzt. Aber momentan ist es für Musiker nicht leicht, auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen. Es gibt immer weniger feste Stellen, selbst staatliche Musikschulen beschäftigen immer mehr Honorarkräfte mit mageren Stundensätzen. Ganztagsschulen lassen Schülern kaum noch genug Zeit am Nachmittag um über die Schule hinaus einem anspruchsvollen Hobby nachzugehen und es ist einfach nicht möglich alle Geigenschüler zwischen 18 und 19 Uhr zu unterrichten… 😉 Auch Musiker die nicht pädagogisch tätig sind, haben es nicht leicht, denn immer mehr Klangkörper werden geschlossen oder in die Unkenntlichkeit gespart. Hoffen wir mal, dass sich das eines Tages wieder ändert. Ich persönlich habe neben der Arbeit noch ein Studium aufgenommen, da ich mir nicht sicher bin, ob mein Traumberuf in den nächsten Jahrzehnten eine Zukunft hat, die ich mitgehen möchte. Aber so pessimistisch möchte ich diesen Artikel nicht beenden!

Unterrichten bedeutet lebenslanges Lernen…

… und genau dafür möchte ich meinen Schülern danken, Ihr habt mich meiner eigenen Liebe zur Musik wieder ganz nah gebracht!

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Autor:

Ich bin Musikerin und begeisterte Hundebloggerin.

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