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Ruhe….

Die Frage was meine Schüler an erster Stelle brauchen um möglichst viel in meinem Unterricht zu lernen habe ich für mich mit dem simplen Wort „RUHE“ beantwortet. Diese kurze Antwort ist das Resultat von 5 Jahren Unterrichtserfahung, warum habe ich trotz Studium so lange für so eine knappe Antwort gebraucht? Nach meinem Studium der Orchestermusik habe ich neben meiner Arbeit im Orchester mein Zusatzstudium der Instrumentalpädagogik absolviert. Das war eine Zeit in der ich extrem vom Leistungsdenken gesteuert wurde, Leistung durch Disziplin, knallharte Tagesplanung und Arbeiten, Üben, Lernen gaben sich die Klinke in die Hand. Das war für mich normal, Arbeit und Studium lagen 140km auseinander, aber auch schon während meines letzten Orchesterstudienjahres, bin ich 70km zu meiner damaligen Praktikantenstelle als Bratschistin gependelt. Viele Menschen leben so und ich hielt das damals für normal und war zudem stolz darauf wieviel ich mir gleichzeitig abverlangend konnte, aber gesund war das nicht!

Aus dieser Lebenseinstellung kommend habe ich vor Jahren auch das Unterrichten begonnen. Ich wollte meinen Schülern etwas bieten für ihr Geld und habe die ersten wohl mit Informationen erschlagen. Interessanterweise haben Erwachsene immer brav meinen Faktenmarathon mit abgehechelt. Kinder dagegen haben ihre Überforderung ganz direkt gezeigt und mir so ein „ACHTUNG“ vor die Nase gehalten. Ich dachte damals „naja, ich kenn mich mit Kindern einfach noch nicht aus….“ aber es hatte weniger etwas mit dem Altersunterschied zu tun als damit, dass diese Kinder im Grunde mehr über das Lernen wussten als ich nach vielen Jahren des Studiums.
Inzwischen habe ich durch meine Schüler gelernt, dass ich im Unterricht zuerst eine Atmosphäre der Ruhe und gefühlter Zeitlosigkeit für meine Schüler erschaffen muss, bevor sie aufnahmebereit sind etwas zu lernen. Diese Ruhe gibt den Schülern Raum im Moment anzukommen und sich gesehen zu fühlen. Das funktioniert sogar bei 30 Minuten kurzen Unterrichtseinheiten! Seit ich das begriffen habe, gehe ich viel entspannter aus langen Unterrichtszeiten und lerne meine Schüler besser kennen. Ich hätte das nur zu gerne schon viele Jahre früher gelernt, zum Beispiel in meinem Studium. Die Berufspraxis ist eben manchmal doch der bessere Lehrmeister!

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Autor:

Ich bin Musikerin und begeisterte Hundebloggerin.

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