Veröffentlicht in Violine/Viola, Workshops

Welche Ziele sind sinnvoll?

Es gibt so viele Ziele die man sich stecken kann. Heute geht es um sinnvolle Ziele im Instrumentalunterricht… Bei Interesse biete ich zu diesem Thema auch gerne einen Workshop an, lasst es mich einfach wissen!

… in meinen Augen ist ein Ziel sinnvoll gesetzt, wenn:

* ich es erreichen kann

* es mir überwiegend Freude bereitet dieses Ziel zu verfolgen

* ich einen Sinn darin sehe

… Folgendes hilft mir ein Ziel zu erreichen:

* Ich habe genügend Zeit eingeplant und zur Verfügung

* Ich habe mir Teilziele gesetzt, die mich „unterwegs“ motivieren wenn ich sie erreiche

* Ich habe einen ruhigen Ort an dem ich mich konzentrieren kann

* Ich plane kleine Rückschläge mit ein, denn sie sind Teil eines Lernprozesses

Am Beispiel eines Stückes welches ich spielen möchte, sieht das dann so aus:

* Auswahl des Stückes – liegt es schon in meinen Möglichkeiten dieses Stück zu lernen?

Wenn nein, dann wäre es sinnvoll ein Stück als Ziel zu setzen, dass ich spielen lernen kann (Verfügbare Zeit, Stand meiner Spieltechnik).

Wenn ja, dann geht es weiter mit der Planung:

* Bis wann möchte ich es können?

An dieser Stelle würde ich immer raten etwas mehr Zeit einzuplanen, denn dann beugt man unnötigem Stress vor. Mit etwas Übung in der Planung, lernt man sich immer besser einzuschätzen.

Überlegt Euch auch, wie genau Ihr das Ziel formulieren wollt: Wollt Ihr das Stück an einem bestimmten Tag beherrschen (zB. bei einem Vorspiel)? Oder in einer bestimmten Unterrichtsstunde? In einer bestimmten Woche oder bis März/April….oder Ende des Jahres? Lasst Ihr Euch Spielraum oder wie genau nehmt Ihr es mit der selbst gesetzten „Deadline“?

* Teilziele setzen!

Ich persönlich gliedere Stücke und Etüden gerne in musikalische Abschnitte und arbeite mich dann Abschnitt für Abschnitt vorwärts:

Dabei erarbeite ich einen Abschnitt zuerst so, dass ich in gut kenne, erarbeite Fingersätze, erkenne Schwierigkeiten und entwickle erste musikalische Vorstellungen für die Gestaltung. In dieser Phase geht es mir noch nicht darum, den Abschnitt perfekt zu beherrschen.

Wenn ich in dieser Weise für mich ein Stück „erschlossen“ habe, dann gehe ich an die Feinarbeit: ich übe besonders die schwierigen Stellen, ich suche nach Zusammenhängen zwischen den einzelnen Teilen, ich „feile“ technisch und musikalisch an den einzelnen Teilen und übe die Übergänge zwischen den Teilen.

Dann kommt die Phase in der ich ein Stück auch immer häufiger im Ganzen durchspiele um ein Gefühl für den Gesamtablauf zu bekommen: Verkrampfe ich irgendwo? Ist die „Story“ schlüssig? Welche Stellen möchte ich musikalisch hervorheben? Halte ich das Tempo durch?

Ich finde es sehr interessant und spannend mir auf diese Weise ein Stück zu erarbeiten und versuche dies auch meinen Schülern im Unterricht zu vermitteln.

* Ziel erreicht…und nun?

Wenn die Planung gepasst hat, dann habt Ihr Euer Ziel wie erwartet erreicht. Prima! Ihr könnt jetzt überlegen ob Ihr Euer nächstes Ziel ähnlich plant und verfolgt, oder ob Ihr Euch zB. mehr fordern oder weniger stressen wollt. Wäre Euch mehr oder weniger Zeit und Aufwand lieber gewesen? Oder hat es Euch einfach richtig Spaß gemacht und ihr wollt beim nächsten Ziel nichts ändern?

Wenn die Planung nicht gepasst hat, dann habt Ihr Euer Ziel vielleicht nicht erreicht, oder nur „mit Müh und Not“, oder ihr habt Euch unterwegs zu Tode gelangweilt? Ja, das kann vorkommen. Dann ist es jetzt besonders wichtig herauszufinden, was Ihr beim nächsten Ziel anders macht und anders plant. Ihr werdet merken, mit der Zeit wird das immer leichter und Ihr lernt Euch selbst immer besser und besser kennen.

Ich wünsche Euch viel Freude beim Planen und Erreichen Eurer Ziele!

Advertisements

Autor:

Ich bin Musikerin und begeisterte Bloggerin!