Vom Glück niemanden benoten zu müssen!

Wann spielt ein(e) Schüler(in) gut auf dem Instrument?

In einem Wettbewerb würde am sagen: Wenn die Performance, die Intonation und die Interpretation passen. Und da fängt es schon an schwierig zu werden! Die Intonation kann man noch messen… mit einem Stimmgerät wenn es sein muss. Die Interpretation ist eine Frage über die man herzhaft streiten kann. Zeitgeschmack, Musikwissenschaft, Erwartungen… so viel kann ein Werturteil beeinflussen. Und was die Performance angeht, da wird es dann so richtig subjektiv. Eine Bewertung ist hier immer eine Absprache darauf was man „gut“ nennen möchte.

Was möchte ich selbst „gut“ nennen?

Ich persönlich habe mich mit mir darauf geeinigt, dass ich es für finde, wenn Musik im Musiker Glück erzeugt. Das lässt sich schwer benoten, aber es ist ansteckend! Ich empfinde immer dann Freude, wenn ich sehe, dass sich jemand weiterentwickelt und neue Fähigkeiten erlernt oder entdeckt. Wenn ein Kind, dass seit zwei Jahren Geige spielt bei der Ensembleprobe rauskommt und fünf Takte später wieder den Einstieg findet, dann bin ich begeistert! Wenn jemand mit Motivation-Durststrecke erkennt, dass man selbst in nur 5 Minuten (die man regelmäßig findet) einiges einüben kann, dann ist das für mich ein Erfolg. Wenn ein Schüler oder eine Schülerin anfängt an das eigene Potential zu glauben, dann hüpft in Herz vor Freude.

Es gibt nicht das eine „GUT“…

… es gibt unzählige Varianten! Deshalb bin ich so glücklich keine Bewertungen in Zahlen quetschen zu müssen um sie dann als allgemeingültige Aussage zu verkaufen. Dadurch kann ich merken Lernenden den Raum geben ihren individuellen Lern-Weg zu entfalten. Ich darf sie fordern und fördern, aber ich muss sie nicht be-werten!